In den Jahren von 2003 bis 2008 habe ich diese Freiburger Konzertreihe als künstlerischer Leiter betreut.
Dank der Unterstützung des gemeinnützigen Vereins Klangsequenzen e.V. und dem Einsatz aller Beteiligten
haben wir spannende Programme gestaltet, die von Publikum und Presse begeistert aufgenommen worden sind.
Im Folgenden finden Sie die Programme und Kritiken der Konzerte.
Ihr Christoph Kirschke
Übersicht:
2007/2008
2006/2007
2005/2006
2004/2005
2003/2004
SEQUENZ 1: 06.11.2007 Duo Kirschke Louis und Britta Stallmeister: "Der Hirt auf dem Felsen"
SEQUENZ 2: 07.04.2008 ecco: "Komponistenportrait Nicolaus A. Huber"
SEQUENZ 3: 09.06.2008 ecco: "Neuigkeiten!"
SEQUENZ 4: 30.06.2008 ecco: "Kleiderwechsel"
EUR 10,- / erm. EUR 7,- (Sequenz 4: EUR 12/9)
Karten an der Abendkasse
VORWORT
Liebe Musikfreunde,
herzlich willkommen zur Fortsetzung der ?Freiburger Klangsequenzen?. Die neue Konzertsaison wird vor allem durch ecco und seiner einzigartigen Besetzung mit Saxophon, Akkordeon und Violoncello geprägt.
Damit soll der große Einsatz des Trios bei der Vorbereitung der Reihe gewürdigt werden. Von insgesamt elf Uraufführungen im Jahr 2008 wird ecco zehn Werke im Rahmen der ?Freiburger Klangsequenzen? präsentieren.
Als zentraler Komponist wird Nicolaus A. Huber portraitiert. Er ist einer der einflussreichsten Musikschaffenden der letzten Jahrzehnte und somit Wegbereiter der aktuellen Komponistengeneration.
Im Eröffnungskonzert wird das Duo Kirschke-Louis gemeinsam mit der Sopranistin Britta Stallmeister ein abwechslungsreiches Programm von Händel bis Shchetynsky für Saxophon und Gesang spielen.
Ich freue mich sehr, Sie bei den Konzerten mit dem Duo Kirschke-Louis und ecco begrüßen zu dürfen.
Mit herzlichen Grüßen, Ihr
Christoph Kirschke
Künstlerischer Leiter
SEQUENZ 1
Dienstag, 06.11.2007, 20:00 Uhr
Kaisersaal im Historischen Kaufhaus, Freiburg
Der Hirt auf dem Felsen
Georg Friedrich Händel (1685-1759): Drei Arien aus den Neun deutschen Arien (1724-27)
Louis Spohr (1784-1859): Sechs deutsche Lieder (1837)
Alexander Shchetynsky (*1960): ?A Sermon on the Mount? (2004)
Charles Koechlin (1867-1950): Zwei Stücke aus ?L?Album de Lilian op.139? (1934)
Franz Schubert (1797-1828): ?Der Hirt auf dem Felsen op.129? (1828)
Britta Stallmeister, Sopran
Duo Kirschke-Louis
Christoph Kirschke, Saxophon
Verena Louis, Klavier
Schon der Komponist Hector Berlioz war der Meinung, dass das Saxophon mit seinen klanglichen Eigenschaften von allen Instrumenten der menschlichen Stimme am nächsten käme. Was also liegt näher, als ein Konzertprogramm zu gestalten, das den Klang einer herausragenden Sopranistin mit einem anschmiegsamen Saxophonton verbindet?
SEQUENZ 2
Montag, 07.04.2008, 20:00 Uhr
Elisabeth-Schneider-Stiftung, Freiburg
Komponistenportrait Nicolaus A. Huber
Auf Flügeln der Harfe (1985) für Akkordeon solo
.....In die Stille (1998) für Violoncello solo
Töne suchen einen Autor (1988) für variable Besetzung und obligate Windmaschine
Mit Erinnerung (1996) für Basssaxophon solo
Versuch zu Versuch über Sprache (1969) für drei Musiker
Moderation: Lydia Jeschke
ecco
Christoph Kirschke, Saxophon
Harald Oeler, Akkordeon
Moritz Müllenbach, Violoncello
ecco stellt die Werke für Saxophon, Akkordeon und Violoncello eines der bedeutendsten deutschen Komponisten der Gegenwart vor. Auf das Gespräch zwischen Nicolaus A. Huber und Lydia Jeschke (SWR) dürfen wir gespannt sein.
SEQUENZ 3
Montag, 09.06.2008, 20:00 Uhr
Elisabeth-Schneider-Stiftung, Freiburg
Neuigkeiten!
Uraufführungen von:
Mischa Käser (*1959) (Zürich, Schweiz)
Damon Thomas Lee (*1975) (Karlsruhe, Deutschland)
Tadeja Vulc (*1978) (Radlje ob Dravi, Slowenien)
in Anwesenheit der Komponisten
und Iannis Xenakis: Nomos Alpha für Violoncello solo
ecco
Christoph Kirschke, Saxophon
Viviane Chassot, Akkordeon
Moritz Müllenbach, Cello
Kulturaustausch mit ecco: Jedes Ensemblemitglied bringt aus seinem Heimatland ein neues Werk mit.
SEQUENZ 4
Montag, 30.06.2008, 20:00 Uhr
E-Werk, Freiburg
in Zusammenarbeit mit KlangWerk
Kleiderwechsel
Johannes Schöllhorn (*1962) (Freiburg/Hannover) ?Madria? (1993/2007)
Cornelius Schwehr (*1953) (Freiburg) ?d.e.r.d.a.? (1994/2007)
Mela Meierhans (*1961) (Basel/Berlin) ?sacht ä: ecco? (1999/2007)
Caroline Wilkins (*1953) (Montmorillon, Frankreich) ?Vent? (1992/2007)
Jean-Luc Darbellay (*1946) (Bern, Schweiz) ?Empreintes? (1996/2008)
ecco
Christoph Kirschke, Saxophon
Eva Zöllner, Akkordeon
Moritz Müllenbach, Cello
Stöbern in Werkverzeichnissen: ecco spielt Transkriptionen von Triostücken, adaptiert in Zusammenarbeit mit den Komponisten. nach oben
SEQUENZ 1: 04.12.2006 Duo Kirschke Louis: "Romanzen - frei aber einsam"
SEQUENZ 2: 15.01.2007 absolut trio: "ich denke dein"
SEQUENZ 3: 24.05.2007 ecco: "Komponistenportrait Volker Heyn"
SEQUENZ 4: 21.06.2007 ecco: "Ausblicke"
EUR 10,- / erm. EUR 7,- (Sequenz 3: EUR 12/9)
Abonnement: EUR 25,- / erm. EUR 18,-
Vorverkauf: BZ-Kartenservice, Tel: 0180 - 555 66 56 (Sequenz 3 nur Abendkasse)
VORWORT
Liebe Musikfreunde,
Robert Schumann und Volker Heyn sind die zentralen Komponisten der Saison 2006/2007, Renaissance/Moderne und Romantik/Moderne die Spannungsfelder, die neue Hörerlebnisse schaffen.
Ein Programm mit Robert Schumann und seinen engsten Freunden eröffnet die Konzertserie, mit Saxophon und Klavier erschließt sich die romantische Klangwelt in neuem Kleid. Im Sommer 2007 geben vier Uraufführungen mit dem Trio ecco einen Ausblick auf aktuelles Musikleben mit seinen ganz anderen Klangeffekten.
Zwischen diesen musikgeschichtlichen und klanglichen Polen bewegen sich auch die beiden anderen Konzerte:
Zum Abschluss des Schumannjahres 2006 präsentiert das absolut trio zeitgenössische Werke, die von Schumanns Gesangsduette beeinflusst sind, eingebettet in seine mit Violine, Violoncello und Klavier interpretierten Lieder. In einem Portraitkonzert stellt ecco Volker Heyns Werke für Saxophon, Akkordeon und Cello vor. Dieser kraftvollen Musik stellt das Ensemble Madrigale aus der Renaissance gegenüber, um so die Wirkung der einzelnen Kompositionen zu verstärken.
Ich würde mich sehr freuen, Sie auf die Reise durch die Musikepochen mitnehmen zu dürfen. Nur im Zusammenwirken von Musikern und Publikum wird sich der Spannungsbogen der Konzertprogramme voll entfalten können. Lassen Sie uns diese Eindrücke gemeinsam erleben.
Mit besten Grüßen, Ihr
Christoph Kirschke
Künstlerischer Leiter
SEQUENZ 1
Montag, 04.12.2006, 20:00 Uhr
Kaisersaal im Historischen Kaufhaus, Freiburg
?frei aber einsam?
Robert Schumann (1810-1856): Fünf Stücke im Volkston op.102 (1849)
Clara Schumann (1819-1896): Drei Romanzen op.22 (1853)
Johannes Brahms (1833-1897): Scherzo in c-moll (aus der FAE-Sonate) (1853)
Joseph Joachim (1831-1907): Fantasiestück (1900)
Johannes Brahms: Sonate in f-Moll op.120 Nr.1 (1894)
Duo Kirschke-Louis
Christoph Kirschke, Saxophon
Verena Louis, Klavier
Aus diesem höchstromantischen Motto des Geigers Joseph Joachim entstand ein Gemeinschaftswerk, an dem die beiden Freunde Robert Schumann und Johannes Brahms beteiligt waren. Rund um die FAE-Sonate gestaltet das Duo Kirschke-Louis ein Programm mit Werken der engsten Freunde und Wegbegleiter des Jubilaren Robert Schumann.
SEQUENZ 2
Montag, 15.01.2006, 20:00 Uhr
Elisabeth-Schneider-Stiftung, Freiburg
?Ich denke dein?
Robert Schumann (1810-1856): ?Liebhabers Ständchen? aus den Duetten op. 34
Junghae Lee (*1964): ?sonorlette? für Klaviertrio mit Elektronik (2006)
Robert Schumann: ?Ich denke dein? aus den Duetten op. 78
Daniel Glaus (*1957): Auftragswerk für Klaviertrio (Uraufführung)
Robert Schumann: ?Liebesgarten? aus den Duetten op. 34
Gary Berger (*1967): ?übersetzte Geschwindig-keit? für Violine, Violoncello, Klavier und elektronische Zuspielung (2006)
Robert Schumann: ?Ich bin dein Baum, o Gärtner? aus Minnespiel op. 101
Rudolf Kelterborn (*1931): 15 Moments musicaux für Klaviertrio (2006)
Robert Schumann: ?In der Nacht? aus Spanisches Liederspiel op. 74
absolut trio
Bettina Boller, Violine
Imke Frank, Violoncello
Stefka Perifanova, Klavier
Das absolut trio gedenkt dem grossen deutschen Romantiker Robert Schumann mit einer Hommage in der neue Klaviertrios in ausgewählte Vokalduette (instrumental gespielt) eingebettet werden.
PRESSE
Badische Zeitung vom 18.01.2007
Reiz des Dialogs:
Das Absolut Trio in Freiburg
Man hatte sich gerade aufgewärmt am romantisch lodernden Feuer von Robert Schumanns "Liebhabers Ständchen", als die im gesamten Bühnenraum verteilten Lautsprecher plötzlich anfingen, klirrend kaltes Wasser zu speien. Willkommen in der Gegenwart! "Der zeitgenössischen Musik Gehör zu verschaffen" ist dem Schweizer Absolut Trio ein zentrales Anliegen. Schon während der ersten Sekunden von Junghae Lees "Sonorletten" hatten Bettina Boller (Violine), Imke Frank (Violoncello) und Stefka Perifanova (Klavier) in der Elisabeth-Schneider-Stiftung dieses Ziel erreicht. Das Konzert suchte einen Dialog aufzubauen zwischen Schumann und der musikalischen Gegenwart. Die Gegenwart, das waren im Schumann-Jahr 2006 komponierte Auftragswerke von Junghae Lee, Gary Berger und Rudolf Kelterborn, eingebettet zwischen sorgfältig ausgewählten, instrumental vorgetragenen Vokalduetten des deutschen Romantikers. Schumann als Füllmaterial? Diese Befürchtung konnten die Musikerinnen mit ihrem geschmeidigen, energiegeladenen Spiel von Anfang an zerstreuen. Sicherlich standen die zeitgenössischen Werke im Mittelpunkt des Interesses; der postmoderne Reiz des Dialogs jedoch kam erst durch die souveräne Belebung des Vergangenen zu Stande. Während "Sonorletten" durch den raffinierten Einsatz elektronischer Effekte bestach, gruben sich die Klangmomente in Kelterborns "15 Moments musicaux für Klaviertrio" mit verblüffend einfachen Mitteln tief in den Hörer ein.
Konstanin Bikos
SEQUENZ 3
Donnerstag, 24.05.2006, 20:30 Uhr
E-Werk, Freiburg
?Komponistenportrait Volker Heyn?
Inserzioni (1997) für Altsaxophon und Violoncello
QUÈTSCH (1986) für Akkordeon solo
Blues in B-flat (1981) für Violoncello solo
Buon natale, fratello Fritz (1985) für Altsaxophon solo
Mythmaker #1 (2002) für Altsaxophon, Akkordeon und Violoncello
Madrigale von Orlando di Lasso u.a.
ecco
Christoph Kirschke, Saxophon
Primo? Parovel, Akkordeon
Joel Schatzman, Cello
Das Trio ecco portraitiert den Karlsruher Komponisten Volker Heyn. Seinen Werken für Saxophon, Akkordeon und Violoncello stehen Madrigale aus der Renaissance gegenüber.
In Zusammenarbeit mit KlangWerk
SEQUENZ 4
Donnerstag, 21.06.2006, 20:00 Uhr
Elisabeth-Schneider-Stiftung, Freiburg
?Ausblicke?
Uraufführungen von:
Noriko Kawakami (*1955): Farbschattierung (2007)
Chantale Laplante (*1956): Raumstudie_2 (2007)
Hyunkyung Lim (*1967): im schweigenden Dunkel (2006/07)
Yasuko Yamaguchi (*1969): Windweben (2007)
in Anwesenheit der Komponistinnen.
ecco
Christoph Kirschke, Saxophon
Primo? Parovel, Akkordeon
Anna Khubashvili, Cello
Mit neuen Werken für Saxophon, Akkordeon und Violoncello gibt ecco Ausblicke auf aktuelles musikalisches Schaffen.
PRESSE
Badische Zeitung vom 28. Juni 2007
Abtauchen in die Stille
Freiburg: Das Ensemble ?ecco? mit vier Uraufführungen
Neue Musik begeistert keine Massen. Sie kann anstrengend sein und fordert viel Aufmerksamkeit. Wenn sich nur ganz wenige Hörer in ein Konzert wie das des Ensembles ?ecco? in der Freiburger Elisabeth-Schneider-Stiftung verlieren, dann ist das schade. Es sollte sich herumgesprochen haben, dass der Saxofonist Christoph Kirschke in seiner Reihe ?Klangsequenzen? für programmatische Innovation und interpretatorische Klasse steht.
Der Konzertabend ?Ausblicke? bot Besonderheiten. Alle vier Stücke, die zur Uraufführung gelangten, wurden für das Ensemble ?ecco? in der Besetzung Saxofon, Akkordeon und Cello komponiert. Und alle vier Stücke stammen von Frauen ? Komponistinnen aus Japan, Korea und Kanada, die im Gespräch mit Kirschke den Zuhörern Einblick in ihr künstlerisches Schaffen gaben. Zurückhaltung im Ausdruck verbindet die Stücke miteinander. Fein differenzierte Klangstudien, die in die Stille abtauchen und von dort aus Farben und Formen entwickeln. Noriko Kawakami interessiert sich in ?Farbschattierung? fürs Entstehen der Klänge. Kirschke und Primo? Parovel lassen Luft durch Saxofon und Akkordeon strömen, ohne dass ein Ton erklingt. Die georgische Cellistin Anna Khubashvili bewegt sich mit Flageoletts an der Grenze zur Hörbarkeit. ?In schweigenden Dunkel? der koreanischen Komponistin Hyunkyung Lim zeigt Motorik. In fünf Abschnitten sucht Lim neue Spielarten von Bewegung und Ruhe: Endlose Liegetöne im Akkordeon treffen auf einen gleichmäßigen Achtelpuls im Cello.
Die Musiker von ?ecco? lassen sich ein auf diese lyrische, fein differenzierte Klanglichkeit. Der formidable Primo? Parovel hält am Akkordeon im Leisen die Spannung hoch, Kirschke erweist sich wieder einmal als ungemein ausdrucksstarker Saxofonist. Auch Chantale Laplantes ?Raumstudie_2? und Yasuko Yamaguchis ?Windweben? sind geprägt von schwebenden, oszillierenden Klängen. Die Musik ist unvirtuos ? und entfaltet doch enorme Wirkung.
Georg Rudiger nach oben
SEQUENZ 1: 28.11.2005, Duo Kirschke-Louis: "Rapsodie"
SEQUENZ 2: 16.02.2006, Duo Kirschke-Louis: "Hindemith!"
SEQUENZ 3: 26.06.2006, Christoph Kirschke und Gäste: "Landscapes"
Preise: EUR 10.- / erm. EUR 7.-
Abonnement: EUR 19.- / erm. EUR 13.-
Vorverkauf: BZ-Kartenservice, Tel: 0180 - 555 66 56
VORWORT
Liebe Musikfreunde,
zur dritten Ausgabe der "Freiburger Klangsequenzen" mit Konzerten rund um das Saxophon möchte ich Sie ganz herzlich einladen.
Den Auftakt geben das Duo Kirschke-Louis mit de Flötistin Liz Hirst: Franck, Debussy und deren Zeitgenossen versprechen ganz malerische Klänge. 2006 ist zwar kein Hindemith-Jahr, doch für ein Portraitkonzert über den Koponisten-Star des 20. Jahrhunderts braucht man keinen konkreten Anlass. Jedenfalls darf man neben der Musik besonders auf die Briefe und Texte von Paul Hindemith, vorgetragen vom Schauspieler Timo Berndt, gespannt sein. Das aktuelle Musikgeschehen ist für die "Freiburger Klangsequenzen" ein ganz wichtiger Aspekt in der Programmatik: Im abschließenden dritten Abend geben Uraufführungen für Saxophon, Akkordeon und Cello einen Ausblick auf heutiges Musikschaffen.
Mein Dank geht an den Verein "Klangsequenzen e.V.", der durch seine Unterstützung diese Konzerte ermöglicht. Ich freue mich darauf, mit Ihnen eine spannende Konzertsaison 2005/2006 zu erleben.
Mit besten Grüßen, Ihr
Christoph Kirschke
Künstlerischer Leiter
SEQUENZ 1
Samstag, 28.11.2005, 20:00 Uhr
Kaisersaal im Historischen Kaufhaus, Freiburg
"Rhapsodie"
Charles Koechlin (1867-1950): Epitaphe de Jean Harlow op. 164 (1937) für Flöte, Saxophon und Klavier
Florent Schmitt (1870-1958): Legende op. 66 (1918) für Saxophon und Klavier
Cesar Franck (1822-1890): Sonate für Flöte und Klavier
Charles Koechlin: Pastorale op. 75bis für Flöte, Saxophon und Klavier
Claude Debussy (1862-1918): Rhapsodie (1904) für Saxophon und Klavier
Charles Koechlin: Trois Pieces op. 34bis für Flöte, Saxophon und Klavier
Jacques Ibert (1890-1962): Deux Interludes (1946)
Liz Hirst, Flöte
Duo Kirschke-Louis
Christoph Kirschke, Saxophon und Verena Louis, Klavier
Mit dem Farbenreichtum des französischen Impressionismus malen die drei Musiker mit Flöte, Saxophon und Klavier die Klangbilder der bedeutendsten Vertreter dieser Epoche.
PRESSE
Badische Zeitung vom 01. Dezember 2005
Gespieltes Licht im grauen Monat
Freiburg: "Klangsequenzen" im Historischen Kaufhaus
Der Abend begann mit einer musikalischen Widmung: "Epitaphe de Jean Harlowvon Charles Koechlin. Der französische Komponist wollte der von ihm verehrten Schauspielerin damit ein Denkmal setzen, "der Klang des Saxophons soll hier die ganze süße Leichtigkeitdes Stars in seiner kalifornischen Umgebung vermitteln". Und wenn Christoph Kirschke das Altsaxophon spielt, dann kommen zu der süßen Leichtigkeit noch ganz warme Klangfarben hinzu, die die Zuhörer für eine Weile das nasskalte Wetter vergessen lassen. Es waren durchgehend lichte, impressionistische Kompositionen, die die Musiker bei diesem Klangsequenzenkonzert unter dem orthografisch etwas rätselhaften Motto "Rapsodie" im Kaisersaal zusammengestellt hatten.
Schweben über der Tonalität
In Legende" (1918) von Florent Schmitt zieht Kirschke schwerelos seine langen Melodiebögen - nichts Dramatisches haftet der Musik an, sie schwebt über der Tonalität, atmet ruhig und gleichmäßig. In bewährter Manier ist Verena Louis die hinhörende Partnerin am Klavier. Auch sie meidet an diesem Abend die schweren Bässe, ohne dabei kraftlos zu wirken. Der luftige Klang vo Querflöte (Liz Hirst) und Saxophon spiegelt sich in ihren Akkorden.
Besonders in Charles Koechlins "Pastorale" und Jacques Iberts "Deux Interludes" für Flöte, Saxophon und Klavier zeigt Liz Hirst, die ebenso wie Christoph Kirschke an der Freiburger Musikschule unterrichtet, Sinn für Farben und Formen. Die Balance des Ensembles ist ausgezeichnet: ein unbedingtes Muss für die Interpretation impressionistischer Musik.
Fragwürdig: Cesar Francks Violinsonate mit Querflöte
Ob es ein gute Idee war, Cesar Francks ursprünglich für Violine und Klavier komponierte Sonate in A-Dur mit ins Programm zu nehmen, darf bezweifelt werden. Zu groß dimensioniert erscheint das Werk in seiner rhapsodischen Umgebung, zu hoch sind die Klangeinbußen, wenn man die Violinstimme auf der Querflöte spielt. Die Violine bietet in dieser Sonate, was die Klangdifferenzierung angeht, einfach mehr Möglichkeiten. Und Hirsts Interpretation fehlt die letzte Raffinesse, bei den dramatischen Ausbrüchen die klangliche Fokusierung. Bei Claude Debussys "Rhapsodie" (1904) spitzt man wieder die Ohren. Die Anfangsakkorde, die Verena Louis auf dem Klavier zaubert, sind ein Ereignis, Christoph Kirschkes Arabesken werden zu Lichtspiegelungen im Novembergrau.
Georg Rudiger
SEQUENZ 2
Donnerstag, 16.02.2006, 20:00 Uhr
Elisabeth-Schneider-Stiftung, Freiburg
"Hindemith!"
Konzertstück für zwei Altsaxophone (1933)
Trio für Tenorsaxophon, Bratsche und Klavier (1943)
Sonate für Saxophon und Klavier (1928)
Sonate für Bratsche und Klavier op. 25/ 4 (1922)
Duo Kirschke-Louis
Saxophonduo dialodia
Timo Berndt, Rezitation
Christoph Kirschke, Saxophon
Monika Lawrenz, Bratsche
Verena Louis, Klavier
Udo Schmid, Saxophon
Trocken, spröde, radikal – so das schnelle Urteil wenn der Name Hindemith fällt. Fetzig und pfiffig und lyrisch – das sind Eindrücke, die dieses Portraitkonzert vermittelt.
PRESSE
Badische Zeitung vom 22.02.2006
Kritik in Kürze
Freiburger Klangsequenzen: Hindemith-Abend
Aus diesem Abend hätte man zwei machen können."Hindemith!" - eine kurze Überschrift für ein großes Unterfangen. Der Konzert- und Rezitationsabend der reihe "Freiburger Klangsequenzen" in der Elisabeth-Schneider-Stiftung zeichnete ein ganz vielschichtiges Bild des Komponisten. Bereits die lohnende Werkeinführung von Susanne Schaal-Gotthart ließ unbekannte Seiten des Komponisten entdecken: Hindemith, der gerne mit seiner Märklin-Eisenbahn spielt und dabei Gottfried Benn als Schrankenwärter anstellt, der nach der raumatischen Erfahrung als Soldat im ersten Weltkrieg nicht mehr so komponieren kann wie vorher. Hindemith als Zeitzeuge und Karikaturist, als Professor, Bratschist und Komponist. Auch musikalsch geriet der Abend überzeugend. Besonders eindrucksvoll: Hindemiths "gymnastische Übung", das Konzertstück für zwei Altsaxophone (1933) in der Interpretation von Christoph Kirschke und Udo Schmid. Solche Leichtigkeit bei so viel Kontrapunkt hört man selten. Kirschke bewährte Klavierbegleiterin Verena Louis wird selbst im Prestissimo des Trios op.47 nicht aus der Bahn geworfen; den Violapart gestaltet Monika Lawrenz mit Biss. Zwischen den insgesamt vier Werken liest Timo Berndt aus intimen Briefen Hindemiths an seine Frau, skandiert eine gegen den Künstler gerichtete Rede Goebbels' und zelebriert Hindemiths scharfzüngige, urkomische Tagebuchnotizen.
ruge
SEQUENZ 3
Donnerstag, 11.05.2006, 20:00 Uhr
Elisabeth-Schneider-Stiftung, Freiburg
"Landscapes"
Chaya Czernowin (*1957): Die Kreuzung (1995)
Komponistengespräch
Uroš Rojko (*1954): Stone Wind (2004)
Mike Vaughan: Landscapes (2004)
Matthias Ockert (*1970): neues Werk (2005)
Christoph Kirschke, Saxophon
Primož Parovel, Akkordeon
Imke Frank, Cello
Saxophon, Akkordeon und Cello durchwandern musikalische Landschaften. Dabei lotet diese ungewöhnliche Formation in einer Erstaufführung und drei Uraufführungen die individuellen und gemeinsamen klanglichen Möglichkeiten aus.
PRESSE
Badische Zeitung vom 28. Juni 2006
Kritik in Kürze
Easy listening war das nicht, was Christoph Kirschke im dritten Konzert der Freiburger Klangsequenzen mit seinen musikalischen Partnern in der Elisabeth-Schneider-Stiftung zu Gehör brachte. Mike Vaughans "landscapes" (2004) gaben dem Abend, der gleich vier Uraufführungen präsentierte, seinen Namen. Die musikalischen Landschaften hatten eher herbe Züge. Kein Sonntagsspaziergang nach Kaffee und Kuchen, sondern herausfordernder Marsch durch unwegsames Gelände. Christoph Kirschke (Saxophon), Primoz Parovel (Akkordeon) und Imke Frank (Cello) bewegten sich mit traumwandlerischer Sicherheit durch das Neuland. Chaya Czernowins Trio "Die Kreuzung" (1995) meidet die fließende Bewegung. Kleinteilig, mal verästelt, mal verschwommen ist die Struktur. Mehr Fluss entwickelt Uros Rojkos "Stone Wind" (2004). Die große motorische Energie und motivische Dichte münden hie immer wieder im Nachklang: "Wie eine Welle hinter einem Schiff", beschreibt der slowenische Komponist den Zustand im Programmheft. Am Ende findet das Trio in einem gemeinsamen Ton zueinander. Christoph Kirschke und Primoz Parovel bewegen sich von der Bühneweg in den Raum hinein - das Verklingen wird zum Ereignis. "porous horizons" (2005) des Karlsruher Komponisten Matthias Ockert beschäftigt sich mit der Brüchigkeit von Zuständen. Imke Franks gezupfte, swingende Achtel erinnern an einen Jazzkontrabass; am Ende wird jedoch jede Bodenhaftigkeit verlassen. Es bleiben Klappengeräusche und tonlose Luftbewegungen im Akkordeon. Nicht so bei Mike Vaughans abschließenden "landscapes". Hier erhält das Akkordeon phasenweise orchestrale Züge, ehe es durch gehaltene Klangflächen für Beruhigung sorgt.
ruge nach oben
SEQUENZ 1: 30.10.2004, Christoph Kirschke und Gäste: "Uros Rojko zum 50."
SEQUENZ 2: 02.12.2004, Duo Kirschke-Louis: "Sonatas in Jazz"
SEQUENZ 3: 12.05.2005, Saxophonduo dialodia: "Nerve"
Preise: EUR 10.- / erm. EUR 7.-
Abonnement: EUR 19.- / erm. EUR 13.-
Vorverkauf: BZ-Kartenservice, Tel: 0180 - 555 66 56
VORWORT
Liebe Musikfreunde,
die Konzerte mit Musik rund um das Saxophon finden auch in der Saison 2004/2005 ihre Fortsetzung. Dazu möchte ich Sie ganz herzlich einladen.
In der zweiten Auflage dieser Reihe können wir einige Neuerungen präsentieren: der Verein Klang-Sequenzen e.V. übernimmt die Veranstaltung der Konzerte, weshalb sie nun den Titel "Freiburger Klang-Sequenzen" tragen. Neue Vereinsmitglieder und Spender sind herzlich willkommen, sie ermöglichen die Umsetzung unserer künstlerischen Ideen.
Inhaltlich möchten wir Ihnen in jeder Saison einen Komponisten mit einem Portraitkonzert näher vorstellen. Uros Rojko, mit dem mich bereits eine längere Zusammenarbeit verbindet, macht hier den Anfang. Ich freue mich ganz besonders, ihm anlässlich seines 50. Geburtstages mit einem Konzert zu gratulieren. Die jazzigen Wurzeln des Saxophons werden am zweiten Konzertabend vom Duo Kirschke-Louis ausgegraben. Sie präsentieren Werke aus dem Repertoire für Saxophon und Klavier, die vom Jazz beeinflusst sind. Das Saxophonduo dialodia bewegt sich ganz im aktuellen Musikgeschehen: Fünf Uraufführungen stehen im abschließenden dritten Konzert auf dem Programm.
Das Saxophon ist das verbindende Instrument dieser Reihe, die musikalische Gestaltung dafür um so unterschiedlicher. Ich freue mich mit Ihnen auf eine spannende Konzertsaison 2004/2005.
Mit musikalischen Grüßen,
Ihr
Christoph Kirschke
Künstlerischer Leiter
SEQUENZ 1
Samstag, 30.10.2004, 19:30 Uhr
E-Werk, Freiburg
"Uros Rojko zum 50."
Uros Rojko (*1954) Godba (1992) für Saxophon und Klavier
Uros Rojko, Christian Billian (*1973), u.a.
Caprichos für Gitarre solo
Uros Rojko Piano Fluido (2004) für Klavier solo (Uraufführung)
Urska Pompe (*1969) dan za dnem (2003) für zwei Altsaxophone
Uros Rojko Whose Song (1991/92) für Akkordeon solo
Uros Rojko Trio Fluido (2002) für zwei Saxophone und Klavier
Duo Kirschke-Louis
Saxophonduo dialodia
Sven Thomas Kiebler, Klavier
Christoph Kirschke, Saxophon
Verena Louis, Klavier
Primoz Parovel, Akkordeon
Jürgen Ruck, Gitarre
Udo Schmid, Saxophon
Anlässlich seines 50. Geburtstages in diesem Jahr liegt es nahe, Uros Rojko ein Komponistenportrait zu widmen. Wir gratulieren ihm zu diesem Anlass auf musikalische Weise.
PRESSE
Badische Zeitung, Donnerstag, 04.11.2004
Kreisen um einen Ton
Uros Rojko: Portraitkonzert im Freiburger E-Werk
Der Name des 1954 in Ljubljana geborenen slowenischen Komponisten Uros Rojko ist in Programmen internationaler Konzertveranstalter und Festivals längst keine Seltenheit mehr. So erhielt Rojko Kompositionsaufträge für die Donaueschinger Musiktage, den slowenischen Rundfunk, die Berliner Biennale, Radio France, die Bauerische Staatsoper.. In Slowenien studierte er Klarinette und Komposition. 1983 setzte er sein Studium bei Klaus Huber in Freiburg und 1986 bei György Ligeti in Hamburg fort. Sein kompositorisches Schaffen ist unterdessen umfangreich und umfasst Orchestermusik, Kammermusik, Musik für Soloinstrumente, Vokalmusik, elektroakustische Musik sowie Musik für Kinder und für Theater.
Rojko hat sich zu dem schöpferischen Vorgang des Komponierens mehrfach präzise geäußert: er erlebe das Material als bereits vorgegeben und müsse es nur koordinieren. Komponieren sei also weniger ein intellektueller Vorgang, als ein ?durch sich in die Welt gelangen lassen? der Musik. Hierbei gelingt es ihm, die beiden Pole traditioneller slowenischer Prägung und experimenteller westlicher Musik zu seinem eigenen Stil zu verschmelzen.
"Jedes Stück ist für mich eine Herausforderung, ein Abenteuer, das aus Zweifel und Begeisterung besteht; Zweifel daran, ob ich es je zu Ende bringen kann, Begeisterung über jede kleine Entdeckung, die das Selbstvertrauen erweckt und bestätigt, dass es sich gelohnt hat, damit anzufangen..." Charakteristisch für seinen Stil ist, sich in einen Klang regelrecht hineinzubohren, um auszuloten, wozu er sich noch eignen könnte; das Kreisen um einen Ton in Mikrointervallen bis hin zu Schwebungen; das kanonartig sich Überschneidenlassen zweier Stimmen bis zu einem Verschmelzungsprozess; repetitives und perkussives Pochen kürzester Töne.
Aus Anlass seines 50. Geburtstags fand jetzt ein Konzert im E-Werk in Freiburg statt, in dem eine Auswahl seiner kammermusikalischen Werke von befreundeten Interpreten hingebungsvoll und souverän aufgeführt wurde. Zu einem besonderen Erlebnis wurde die energetische Grenzerfahrung mit ?Whose Song? für Akkordeon solo, hinreißend interpretiert von Primoz Parovel. Welche Klänge Rojko diesem Instrument zu entlocken versteht, ist nicht mit Worten darstellbar. Hierbei wurde einmal mehr deutlich, dass für Rojko das Instrument Transportmittel für eine kompositorische Idee ist, die über alle Grenzen der Aufführbarkeit triumphiert.
Brigitte Zaß
SEQUENZ 2
Donnerstag, 02.12.2004, 20:00 Uhr
Kaisersaal im Historischen Kaufhaus, Freiburg
"Sonatas in Jazz"
Erwin Schulhoff (1894-1942) Hot Sonate (1930)
Paul Bonneau (1918-1995) Pièce Concertant dans l'Esprit "Jazz" (1944)
Werner Heider (*1930) Sonata in Jazz (1959)
Edison Denisov (1929-1998) Sonate (1970)
Takashi Yoshimatsu (*1953) Fuzzy Bird Sonata (1991)
Duo Kirschke-Louis
Christoph Kirschke, Saxophon
Verena Louis, Klavier
Das zu Beginn des 20. Jahrhunderts eher unbekannte Saxophon war von Anfang an ein Hauptvertreter und Sinnbild des Jazz und stieg dadurch in den USA sogar zum Volksinstrument auf. Die Jazzmusik vermochte auf besondere Weise die ungewöhnlichen Klangeffekte des Saxophons zur Geltung zu bringen. Seit den 1920er Jahren wurden daher viele Komponisten durch die Jazzmusik auf das Saxophon aufmerksam. Mit dem Programm "Sonatas in Jazz" zeigt das Duo Kirschke-Louis einen Querschnitt der Saxophonliteratur durch das 20. Jahrhundert mit Werken, die von musikalischen Stilmitteln des Jazz beeinflusst sind.
PRESSE
Badische Zeitung, Dienstag, 07.12.2004
Aus dem Innersten
"Sonatas in Jazz" im Freiburger Kaufhaussaal
Die Strenge der Sonate und die Freiheit des Jazz, schließt sich das nicht gegenseitig aus? Der Freiburger Saxofonist Christoph Kirschke und die Pianistin Verena Louis präsentierten im Kaufhaussaal fünf "Sonatas in Jazz": eine Entdeckungsreise durch die Musik des 20. Jahrhunderts. Kirschke gehört zum Besten, was Freiburg zurzeit musikalisch zu bieten hat. Und mit Verena Louis hat er eine Partnerin an der Seite, die seine Saxofonlinien trägt, hinterfragt und viel eigenes Potential entwickelt. Gleich einem Spiegelbild laufen im ersten Satz der "Fuzzy Bird Sonata" von Takashi Yoshimatsu (1991) die Unisono-Linien zwischen den Instrumenten, die Hommage an Charlie Parker wird zum Ereignis.
Bei Erwin Schulhoffs "Hot Sonate" aus dem Jahr 1930 lässt Kirschke sein Altsaxofon wie ein Sopransax klingen. Sein Spiel ist kraftvoll und zart, dreckig und rein, strukturiert und frei. Experimentelle Klänge wie die Multiphonics in Edison Denisovs 1970 geschriebener Sonate sind bei ihm Stimmen aus dem Innersten, Klänge aus einer anderen Welt.
Auch traditionellere Töne wie in Paul Bonneaus "Pièce Concertant dans l'Esprit "Jazz" finden Raum in diesem leider nur spärlich besuchten Konzert der "Freiburger Klang-Sequenzen", alles ganz relaxed und very groovy. Es kommt Leben zwischen die Kronleuchter und Ölbilder des Kaufhaussaals.
Georg Rudiger
SEQUENZ 3
Donnerstag, 12.05.2005, 20.00 Uhr
Elisabeth-Schneider-Stiftung, Freiburg
"Nerve"
Yasuko Yamaguchi (*1969) neues Werk (2004) für zwei Tenorsaxophone
Dmitri Capyrin (*1960) Nerve (2002/03) für Alt- und Baritonsaxophon
Dieter Acker (*1940) Tagträume (2004) für zwei Baritonsaxophone
Noriko Kawakami (*1955) neues Werk (2004) für zwei Saxophone mit Elektronik/Zuspielband
Franz Jochen Herferth (*1955) neues Werk (2004) für zwei Saxophone
Saxophonduo dialodia
Christoph Kirschke und Udo Schmid, Saxophon
Die enge Zusammenarbeit mit Komponisten ist ein wichtiger Aspekt in der Tätigkeit des Saxophonduos dialodia. Im Konzert mit dem Titel "Nerve", benannt nach dem Stück des russischen Komponisten Dmitri Capyrin, präsentieren die beiden Saxophonisten Christoph Kirschke und Udo Schmid fünf Uraufführungen als jüngstes Ergebnis dieser Kooperationen. Die Werke werden mit verschiedenen Saxophonbaugrößen aufgeführt. Dadurch werden vielfältige Klangwirkungen möglich, welche durch die Verwendung von Elektronik noch verstärkt werden. Die elektronischen Teile (4-kanal- Tonband) des Stückes von Noriko Kawakami wurden im Rahmen eines Stipendiums am ZKM/Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe realisiert.
PRESSE
Badische Zeitung, Samstag, 14.05.2005
Schillernde Saxofone
Freiburger Klangsequenzen
Saxofone sind Instrumente, wetterte vor hundert Jahren Charles Gonoud, "die auf keine Weise die Idee des Komponisten auszudrücken im Stande sind." Einspruch: Christoph Kirschke und Udo Schmid richten mit ihren Freiburger Klangsequenzen seit einiger Zeit Konzerte "mit Musik rund um das Saxofon" aus. Wurde zuletzt ein Querschnitt der Saxofonliteratur durch das 20. Jahrhundert gegeben mit Werken, die von Stilmitteln des Jazz beeinflusst sind, so standen diesmal fünf Uraufführungen im Mittelpunkt. Sie sind das Ergebnis von Kooperationen mit Komponisten, was einen wichtigen Aspekt im Schaffen dieses Duos dialodia darstellt. Dies wurde einleitend deutlich - zuvor reilich demonstrierten die beiden Saxofonisten ihre Künste in einer dreiminütigen Miniatur von Dimitri Capyrin, als drei anwesende Komponisten kurz ihre Werke erläuterten.
Der Münchner Kompositionslehrer Dieter Acker etwa arbeitet seit Jahren mit dialodia. Er schreibt den beiden Instrumentalisten die Musik auf den Leib. "Tagträume" heißt seine letzte Komposition, die jetzt uraufgeführt wurde. Kirschke und Schmid bedienen sich fast der ganzen Saxofon-Familie, um dem musikalischen Material gerecht zu werden. Sopran, Bariton, und Alt stacheln sich gegenseitig an, sind rhythmisch und melodisch auf der Höhe der Zeit. Sind bei Acker am ehesten noch swingende Elemente zu erkennen, so dringt die Japanerin Yasuko Yamaguchi tiefer in die Substanz der Saxofone. In allerhöchsten Registern umkreisen die Tenoristen expressiv schillernd das musikalische Material, um mit cooler Bebop-Phrase überraschend zu enden.
Dem setzt Franz Jochen Herfert noch eins drauf, wenn er die beiden Instrumentalisten quasi kunstgewerblich agieren lässt. Luftströme sind zu hören, Klappengeräusche, Flatterzungen und feine Grundierungen. Gekonnt loten die beiden Interpreten die Möglichkeiten von Instrument und Werk aus. Dies geschieht abschließend weniger eindringlich: Noriko Kawakami bezieht in sein Stück "An der Staffelei" ein 4-kanal-Tonband ein. Insgesamt aber ein recht ergiebiger Abend in der Elisabeth-Schneider-Stiftung.
Reiner Kobe nach oben
KONZERT 1: 27.11.2003, Saxophonduo dialodia: „Strassenmusik“
KONZERT 2: 26.02.2004, ecco³ - neues ensemble freiburg: „panning-out“
KONZERT 3: 25.03.2004, Duo Kirschke-Peichert: „A rising star – das Saxophon in den 1930er Jahren“
KONZERT 4: 13.05.2004, Christoph Kirschke: „Sequenzen“
Preise: € 10.- / erm. € 7.-
Abonnement: € 25.- / erm. € 18.-
Vorverkauf: BZ-Kartenservice, Tel: 0180 - 555 66 56
VORWORT
Liebe Freunde der alten und neuen Musik!
Die Konzerte unserer allerersten Saison 2003/2004 bieten quasi als viergängiges Menü vor allem Saxophon.
Dessen erstaunlicher Reichtum an Klangfacetten zeigt sich in zeitgenössischen Kompositionen des KONZERT 1 (Saxophonduo dialodia), in einigen der bedeutendsten Werke des klassischen Saxophonrepertoire der 1930er Jahre (KONZERT 2, Duo Kirschke-Peichert) sowie in der Adaption barocker Werke (KONZERT 4, Solorecital Christoph Kirschke). Zu welchen Ergebnissen die inspirierende Vielseitigkeit des Saxophon in der Kombination mit anderen Instrumenten führt ist in den frischen Kompositionen des KONZERT 3 (ecco³ und Gäste) zu hören.
Ich wünsche Ihnen großen Musikhunger und viel Spaß beim Genießen,
Sascha Bastian
Geschäftsführer
nu:musix agentur und label
PRESSE
Badische Zeitung vom Donnerstag, 20. November 2003
Musik und Kunst
Zwei neue Konzertreihen in Freiburg
„Am Anfang war die Arbeit mit meinen Musik-Ensembles. Ab einem gewissen Niveau ist es jedoch schwierig, ohne eine professionelle Agentur Konzertaufträge zu bekommen“, sagt der Saxophonist Christoph Kirschke. Deshalb entschloss er sich, zusammen mit Sascha Bastian eine eigene Agentur für sich und seine drei Ensembles zu gründen: nu:musix. Christoph Kirschke übernimmt die künstlerische Arbeit, Sascha Bastian das Management. Parallel dazu betreiben die beiden Freiburger ein Label gleichen Namens: „Heutzutage hat man als Künstler ohne professionell aufgenommene Fullsize-CD auf dem freien Markt kaum ein Chance. Mit unserem Tonmeister Tobias Martin haben wir nun die Möglichkeit, technisch erstklassige CDs unter eigenem Label zu produzieren“, so Kirschke. Eine Einspielung bei nu:musix ist bereits erschienen, mindestens zwei werden im nächsten Jahr folgen.Der 31-jährige Saxophonlehrer der Freiburger Musikschule präsentiert sich und seine Ensembles dialodia, ecco³ - neues ensemble freiburg und Duo Kirschke-Peichert jetzt auch erstmals in einer eigenen, vier Konzerte umfassenden Konzertreihe. „Strassenmusik“ ist das Motto des ersten Konzertes, das am 27. November in der Elisabeth-Schneider-Stiftung stattfindet. Im Mittelpunkt des Abends steht die Uraufführung des Stücks „Trio Fluido“ (2002) des in Karlsruhe lebenden, slowenischen Komponisten Uros Rojko, das in enger Zusammenarbeit mit dem Saxophonduo dialodia (Christoph Kirschke, Udo Schmid) entstanden ist....
Georg Rudiger
KONZERT 1
Donnerstag, 27.11.2003, 20.00 Uhr
Freiburg, Elisabeth-Schneider-Stiftung (Wilhelmstr. 17a, 79098 Freiburg)
„STRASSENMUSIK“
Christian Lauba (*1952) Adria (1985) für zwei Altsaxophone
Lucie Robert (*1936) Rhythmes Lyriques (1982) für Sopran- und Tenorsaxophon
Dimitri Nicolau (*1951) Strassenmusik Nr. 7, op. 51 (1985) für Alt- und Baritonsaxophon
Uros Rojko (*1954) Trio Fluido (2002) für zwei Saxophone und Klavier Uraufführung
Sofia Gubaidulina (*1931) Duo-Sonata (1977/94) für zwei Baritonsaxophone
Saxophonduo dialodia
Christoph Kirschke und Udo Schmid
Als Gast:
Verena Peichert, Klavier
In „Strassenmusik“ zeigt das Saxophonduo dialodia zwei Schwerpunkte seiner Arbeit: zeitgenössische Musik und enge Zusammenarbeit mit Komponisten. Mit den in ihrem Charakter sehr unterschiedlichen Kompositionen demonstriert dialodia eindrucksvoll die facettenreiche Expressivität des Saxophon. Im Zentrum des Programms steht die Uraufführung von Uros Rojkos „Trio Fluido“ für zwei Saxophone und Klavier. Das Werk entstand in intensiver Zusammenarbeit mit dem in Karlsruhe lebenden slowenischen Komponisten.
KONZERT 2
Donnerstag, 26.02.2004, 20.00 Uhr
Freiburg, Elisabeth-Schneider-Stiftung (Wilhelmstr. 17a, 79098 Freiburg)
„PANNING-OUT“
Alexander Shchetynsky (*1960) Lost Song (2003) für Altsaxophon, Akkordeon, Violoncello und Schlagzeug (UA)
Alistair Zaldua (*1970) panning-out (2003) für Tenorsaxophon, Akkordeon und Violoncello (UA)
Juliane Klein (*1966) Aus der Wand die Rinne (2003) für Saxophon, Akkordeon und Violoncello (UA)
Michael Maierhof (*1956) Sugar 2 (2001/02) für Sopran, Saxophon, Akkordeon, Violoncello und Harfe (UA)
ecco³ - neues ensemble freiburg
Christoph Kirschke, Saxophon
Volker Rausenberger, Akkordeon
Martina Jessel, Violoncello
Als Gäste:
Barbara Ostertag, Sopran
Doesjka van der Linden, Harfe
Lee Ferguson, Schlagzeug
Das Konzertprogramm „panning-out“ von ecco³ ist das Ergebnis von intensiver Zusammenarbeit mit Komponisten. Es werden ausschließlich Uraufführungen zu hören sein.
ecco³: „Da es für die Triobesetzung Saxophon, Akkordeon, Violoncello keine Stücke gibt, ist es notwendig, dass wir uns selbst um die Entstehung neuer Stücke kümmern. Wir machen Komponisten mit den klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten unserer Instrumente bekannt und studieren neue Werke zusammen mit ihnen ein. Durch diesen unmittelbaren Kontakt und Austausch lernen wir das Werk und den Menschen, der hinter diesem Werk steht, auf sehr authentische Weise kennen und verstehen. Wir hoffen, bei den Aufführungen der Kompositionen ebenfalls etwas von dieser Intensität erlebbar zu machen.“
PRESSE
Badische Zeitung vom Samstag, 28. Februar 2004
Die Musiker verteilen sich im Saal
Das neue ensemble freiburg in der Schneider-Stiftung
Es mussten noch zusätzliche Stühle in das stimmungsvolle Kellergewölbe der Elisabeth-Schneider-Stiftung gebracht werden, so groß war der Andrang beim zweiten Konzert der Agentur nu:musix. Es scheint, dass sich die ambitionierte Konzertreihe bereits in kurzer Zeit in Freiburg etabliert hat. Die Formation ecco³ - neues ensemble freiburg mit Christoph Kirschke (Saxophon), Volker Rausenberger (Akkordeon) und Martina Jessel (Violoncello) präsentierte vier Uraufführungen; der Ort der Interpretation ist hier nicht sekundär, sondern wird zum wichtigen Bestandteil der musikalischen Struktur; die Musiker verteilen sich im Saal - Klang und Raum als unteilbares Konzept. Zu Beginn des Konzertes herrscht noch Tonalität. Alexander Shchetynskys "Lost Song" ist ganz dem Melos verpflichtet. Es ist eine Musik ohne Härten, die im Spiel von Altsaxophon, Akkordeon, Cello und Schlagzeug entsteht. Nach dem verhaltenen Beginn durch das Akkordeon schleicht sich das Saxophon in die Musik - unmerklich, geschmeidig, klangschön. Auch das Cello entdeckt nach und nach immer mehr Melodisches; selbst auf den Holzblöcken spielt der Schlagzeuger Lee Ferguson eine melodische Linie. Die Werke der übrigen, allesamt anwesenden Komponisten Alistair Zaldua, Juliane Klein und Michael Maierhof (mit ihnen führte Christoph Kirschke während des Konzertes ein kurzes Gespräch) sind ganz anders. Zalduas "panning-out" für Tenorsaxophon, Akkordeon und Violoncello lebt ganz vom geräuschhaften, rhythmischen Impuls. Manches Mal wird in Saxophon und Akkordeon nur Luft gepresst und der Ton verschwindet ganz. Die Instrumente geben ihren individuellen Ausdruck auf und nähern sich im Extremen an - die Melodie wird im Keim erstickt! Juliane Kleins "Aus der Wand die Rinne" besteht aus drei Solokompositionen, die bei diesem Konzert gleichzeitig gespielt werden - es gibt keine eigentliche Partitur. Eine Skulptur der Berliner Bildhauerin Britta Brückner, bei der heißes Wachs allmählich erstarrt, habe sie zur Komposition inspiriert, "das Fließende ist gleichzeitig der Halt". Auch hier nähern sich die Instrumente einander an; ein einzeln gespielter Basston auf dem Akkordeon klingt wie der eines Baritonsaxophons, die Wahrnehmung verschwimmt. Einzelne Sprachsegmente werden in die Komposition mit eingebunden, Liegetöne und lange Crescendi sorgen für anhaltende Intensität. Erst im Schluss, bei der scheinbar endlos wiederholten fallenden Quart im Akkordeon, löst sich die Spannung allmählich. Beim letzten Stück, Michael Maierhofs "Sugar 2", verschwindet jede Wärme im Ausdruck. Es ist entmenschlichte Maschinenmusik, die hier entsteht. Barbara Ostertag (Sopran) bearbeitet mit einer Tasse eine geriffelte Glasplatte, Doesjka van der Linden mit einem Tennisball ihre Harfe. Auch Cello, Saxophon und Akkordeon entwickeln Geräuschhaftes. Unter der Leitung von Alistair Zaldua entsteht eine präzis umgesetzte, kalte Klangwelt, die gleichermaßen erschreckt und fasziniert.
Georg Rudiger
KONZERT 3
Donnerstag, 25.03.2004, 20.00 Uhr
Freiburg, Kaisersaal im Historischen Kaufhaus (Münsterplatz, 79098 Freiburg)
„A RISING STAR – DAS SAXOPHON IN DEN 1930er JAHREN“
Erwin Dressel (1909-1972) Sonate für Altsaxophon und Klavier op. 26 (1932)
Alexander Glazunow (1865-1936) Concerto en Mib (1934)
Paul Creston (1906-1985) Sonata op. 19 (1939)
Alexander Tcherepnine (1899-1977) Sonatine Sportive (1939)
Darius Milhaud (1892-1974) Scaramouche (1937)
Duo Kirschke-Peichert
Christoph Kirschke, Saxophon
Verena Peichert, Klavier
Im dritten Konzert „A rising star - Das Saxophon in den 1930er Jahren“ bietet das Duo Kirschke-Peichert eine Auswahl aus dem umfangreichen Repertoire für klassisches Saxophon. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden viele Komponisten durch die Jazz-Musik auf das Saxophon aufmerksam. Das bis zu dieser Zeit eher unbekannte Instrument wurde durch den neuen Musikstil, der seine ungewöhnlichen Klangeffekte zur Geltung brachte, zum Hauptvertreter und Sinnbild der Musik aus Amerika und besonders in den USA zum Volksinstrument. Viele Kompositionen für den „Newcomer“ Saxophon entstanden daraufhin vor allem in den 1930er Jahren. Mit Glazunows „Concerto“, Crestons „Sonata“ und Milhauds „Scaramouche“ präsentiert das Duo Kirschke-Peichert einige der bedeutendsten Werke aus dieser Zeit.
KONZERT 4
Donnerstag, 13.05.2004, 20.00 Uhr
Freiburg, Christuskirche (Maienstr. 2, 79102 Freiburg)
„SEQUENZEN“
Johann Sebastian Bach (1685-1750) Suite Nr. 1 in G-Dur BWV 1007
Luciano Berio (1925-2003) Sequenza IXb (1980/81) für Altsaxophon
Luciano Berio Sequenza VIIb (1969/93) für Sopransaxophon
Johann Sebastian Bach Chaconne aus der Partita Nr. 2 in d-Moll BWV 1004
Christoph Kirschke, Saxophon
Das Konzertprogramm „Sequenzen“ mit dem Saxophonisten Christoph Kirschke kontrastiert die Werke zweier bedeutender Komponisten: Johann Sebastian Bach, Meister des Barock und Luciano Berio, einer der wichtigsten Vertreter zeitgenössischer italienischer Musik. Die Sprachlichkeit und Artikulation zeigt hier sich als gemeinsames Element der Barockmusik und Neuer Musik. Die „Sequenzas“ gehören zu Berios bekanntesten Werken, so wie Johann Sebastian Bachs Suiten für Violoncello und die Partiten für Violine solo zu den wichtigsten Werken der Sololiteratur zählen.
PRESSE
Badische Zeitung vom Dienstag, 18. Mai 04
Saxophon, barock
Christoph Kirschke spielt Bach
Was macht ein Saxophonist, der sich unsterblich in Bachs Chaconne für Violine solo aus der d-Moll-Partita BWV 1004 verliebt hat? Ganz klar: er erarbeitet sie sich auf seinem eigenen Instrument. Und wenn es ein guter Saxophonist ist, weiß er auch, dass er sich damit unter Verfechtern der Texttreue keine Freunde machen wird. Christoph Kirschke ist ein guter Saxophonist. In der Freiburger Christuskirche spielte er dennoch das Programm, das ihm seit langem am Herzen liegt: Die Chaconne, transkribiert für Altsaxophon, und Bachs Cello-Suite Nr.1 BWV 1007, transkribiert für Baritonsaxophon. Und dies in Gegenüberstellung mit den Sequenze für Klarinette und Oboe von Luciano Berio, die dieser allerdings selbst für Saxophon umgearbeitet hat. – Zugegeben: Bach auf dem Saxophon bleibt problematisch, un das, obwohl Kirschke über die instrumentenwahl hinaus mit dem Original äußerst sensibel umging. Streicherspezifische Techniken wie Doppelgriffe müssen freilich aufgelöst werden und Kirschke hatte – gerade in der Chaconne – an die konditionellen und technischen Grenzen zu gehen. Doch im Wesentlichen blieb das Original, was die Noten betrifft, unangetastet. Kurzum: die Leistung war stupend, doch der kraftvoll voluminöse Klang des Saxophons will mit der Barockmusik nicht wirklich verschmelzen. Schlüssig hingegen die Gegenüberstellung der Bach-Werke mit den Sequenze Berios. Kirschke wusste dem mit flüssigem Spiel und einem modulationsfähigen Ton gerecht zu werden.
Elisabeth Schwind nach oben
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